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20.12.2008 - IVZ vom 20.12.2008 Übersicht | Drucken

Hörsteler Ratsmehrheit fordert Gleichbehandlung der Orte

Hörstel. Die Gutachter des Büros „Stadt + Handel“ (Dortmund) haben ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept für die Stadt Hörstel vorgelegt, welches aus fachlicher Sicht sicherlich hieb- und stichfest ist. Demnach sollte den Ortsteilen Hörstel und Riesenbeck eine Sonderrolle zukommen: „Einzelhandelsbetriebe mit einem zentrenrelevanten Hauptsortiment soll grundsätzlich in den zentralen Versorgungsbereichen Riesenbeck und Hörstel zulässig sein“, heißt es in dem Gutachten. Für Bevergern sollten Geschäfte bis maximal 800 Quadratmeter möglich sein und für Dreierwalde lediglich kleinflächige Geschäfte zur Versorgung der Dreierwalder Bevölkerung.

IVZ vom 20.12.2008 - Das sah die Mehrheit des Rates Donnerstagabend jedoch ganz anders. Von ausschließlich kleinflächigen Geschäften in Dreierwalde wollte der CDU-Fraktionsvorsitzende und Ortsvorsteher von Dreierwalde, Paul Rietmann, nichts wissen: „Das wollen wir verhindern“, sagte er. Unterstützung erhielt er von Bevergerns Ortsvorsteher Karl Dierkes: „Das ließe sich in Bevergern nicht vermitteln, wenn sich dort jemand ansiedeln möchte.“ Daraufhin formulierte er eine Position, zu der die CDU-Fraktion nach einiger Diskussion und nach einer Sitzungsunterbrechung fand: „Wir möchten, dass alle Ortsteile gleich behandelt werden und die gleichen Chancen haben.“ Die Diskussion hatte Rainer Bolten mit seiner Frage eröffnet: „Wenn sich eine Postenbörse in Bevergern ansiedeln will, warum sollte sie dann nach Riesenbeck?“ „Wir sind vierpolig und alle Gemeinden sollen sich gleichmäßig entwickeln“, meinte auch Magdalena Möller, und weiter: „Warum sollten wir uns Beschränkungen auferlegen, die uns nicht gut tun? Die Begrenzung des Sortiments muss da raus, sonst kann ich dem nicht zustimmen.“ Ihr Fraktionskollege Thomas Horstmann aus Hörstel sah das wiederum etwas anders; er sah es zunächst im Sinne der Gutachter: „Die Stärkung von zwei Zentren würde die Ausstrahlung der ganzen Stadt nach außen stärken.“ Franz-Josef Egelkamp bestärkte ihn: „Wenn wir alle Ortsteile gleich behandeln wollen, hätten wir als Stadt Hörstel gar nichts davon.“ Ähnlich hatte Marc Föhrer (Stadt + Handel) das Konzept begründet: Um die Stadt als Ganzes attraktiv zu machen, sei es aus seiner Sicht sinnvoll, die beiden größeren Ortsteile Riesenbeck und Hörstel zu Hauptstandorten zu entwickeln und in den beiden kleineren Orten Bevergern und Dreierwalde die Zentren zu stärken. Davon würden alle Ortsteile profitieren, sagte Föhrer. Vorteil aus Sicht des Gutachters sei, dass die Streuung wichtiger Einzelhandelsangebote verhindert würde. Zudem hätten Investoren eine Planungssicherheit; Vorhaben auf Grundlage des Gutachtens ließen sich besser bewerten. Ohne diese Planungssicherheit wisse ein Interessent nicht, ob sich demnächst ein Mitbewerber im Nachbarort ansiedeln wird. Wenn man auf einen Schwerpunkt verzichte, könnten einige Ansiedlungen unrealistisch werden. Zudem schlug der Gutachter vor, in Riesenbeck entlang der Münsterstraße großflächigen nicht-zentrenrelevanten Einzelhandel zuzulassen, zum Beispiel einen Bau- oder Möbelmarkt. Föhrer erfasste rasch, dass sein Konzept keine Mehrheit im Rat finden dürfte. Die Entscheidung liege beim Rat, sagte er, doch werde er aus fachlicher Sicht einer Gleichbehandlung der Orte nicht zustimmen können.Die Standpunkte und deren Konsequenzen waren während der Ratssitzung offensichtlich nicht allen Teilnehmern gleichermaßen zugänglich. Einigen ging wohl auch erst in diesem Moment die Bedeutung auf, die sich mit der Verabschiedung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes verbinden. Eine Vertragung der Entscheidung, wie vorgeschlagen, schien gleichwohl nicht ratsam. Warum dies so ist, erläuterte Bürgermeister Hüppe: Die Erweiterung des k+k-Marktes in Riesenbeck auf 1200 Quadratmeter und die Entwicklung auf dem Niemeyer-Gelände – beides werde so lange ruhen, bis das Konzept nicht verabschiedet und von der Bezirksregierung abgesegnet wird. Die Position der SPD in dieser Streitfrage war von Beginn an eindeutig: „Die absolute Gleichbehandlung der vier Orte ist Wunschdenken. Die SPD steht für die ganze Stadt, deshalb stimmen wir dem Beschlussvorschlag wie formuliert zu“, sagte Hans Pollul. Der CDU-Fraktion schien dies nicht möglich. Also gab es eine kurze fraktionsinterne Diskussion mit folgendem Ergebnis: Die Mehrheitsfraktion lehnt die vom Gutachten vorgeschlagene Stärkung Riesenbecks und Hörstels ab. Die vier Ortsteile sollen gleich behandelt werden. Nicht nur in Riesenbeck, sondern auch in Hörstel soll eine Fläche als Sondergebiet ausgewiesen werden. 19 Ratsmitglieder stimmten für diesen Beschlussvorschlag, zwölf waren dagegen und zwei enthielten sich der Stimme.


Thomas Horstmann, 02.01.2009, 14:23 Uhr
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