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30.10.2008 - IVZ, 30.10.2008 Übersicht | Drucken

Flugplatz Dreierwalde: Mix von Energiegewinnung und Gewerbe als Alternative

Hörstel. Der Wind für ein Projekt Flugzeugwerft oder Luftfahrtdrehkreuz ist erst einmal raus. Doch Wind könnte für die Nachfolgenutzung des ehemaligen Militärflugplatzes Dreierwalde eine zentrale Rolle spielen:

IVZ, 30.10.2008 - Zumindest einen ersten Eindruck über Möglichkeiten der Energiegewinnung vermittelte Ulrich Goedecke im Umweltausschuss am Dienstagabend. Der Referent der „EnergieAgentur.NRW“ in Wuppertal sollte auf Einladung der Grünen die Errichtung von Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung in Dreierwalde prüfen. Er habe aber in der kurzen Zeit weder eine Untersuchung noch eine Machbarkeitsstudie vorlegen können, sagte der Referent. Nach eigenen Angaben war die Befahrung des Flugplatzes für ihn ein bisher nicht bekanntes „eigenartiges Erlebnis“. Drei aktuelle Nutzungsarten stellte er vor Ort fest: Die Firma Krone stellt dort ihre Lastwagen-Auflieger ab, Volvo nutzt die Landebahn als Teststrecke und die Hallen werden unter anderem für den Gartenbau genutzt. Punkt für Punkt analysierte er anschließend die Möglichkeiten regenerativer Energiegewinnung. Er schloss Wasserkraft ebenso aus wie Geothermie oder Holzwärme. Für Biomasse fehle die Verhältnismäßigkeit: „Wer will die Landebahn dafür abkratzen?" Photovoltaik sei zwar möglich, Windkraft aber interessanter, so Goedecke weiter: „Gemessen am Flächenverbrauch erzeugt Windkraft zehn Mal so viel Energie wie Photovoltaik.“ Für Windkraft und Photovoltaik seien die Startbedingungen noch am besten. Er könne sich im nördlichen Bereich (zur Hopstener Grenze) einen Bürger-Windpark vorstellen. Der Referent riet, auch weitere Nutzungen in Betracht zu ziehen und Synergieeffekte zu schaffen. Er nannte zwei Beispiele, wie ehemalige Flugplätze heute genutzt werden: Zum einen das Projekt Waldpolenz bei Leipzig, wo auf einem ehemaligen russischen Militärflugplatz das größte Solarkraftwerk Deutschlands installiert wurde. Als zweites Beispiel nannte er das ehemalige Munitionsdepot Morbach. Dort entstanden ein regenerativer Energiepark für Biomasse und Windkraft sowie ein zusätzliches Gewerbegebiet und Forschungseinrichtungen. Insgesamt werde sich die Vergütung erneuerbarer Energien eher verschlechtern. Seiner Einschätzung nach könnte das Leipziger Beispiel heute gar nicht mehr realisierbar sein. Hier stünde Windkraft und Biomasse günstiger. Entscheidend sei auch die Zustimmung durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Zudem müssten private Investoren gefunden werden. Ein regeneratives Energiekonzept schließe weitere Nutzungen der Fläche nicht aus.Die Reaktion im Umweltausschuss auf Goedeckes Vortrag fiel unterschiedlich aus. „Auf diesen Zug werden wir so schnell nicht aufspringen. Das hat mir der Vortrag gezeigt“, sagte Rainer Bolten (CDU). Dies dürfe man „so pauschal“ nicht sagen, warf Josef Brink (SPD) ein. „Wenn wir einen Mix bekommen mit Gewerbe, könnte man darüber nachdenken“, so Hermann Willers (CDU). Hier habe die Stadt aber leider keine freie Wahl, warf Brink ein. Ausschussvorsitzender Dr. Philipp Freiherr Heereman schlug vor, die Frage zu klären, ob ein Investor in Dreierwalde ganz spezielle Vorteile vorfinden könnte, die es anderswo nicht gibt. Heereman gab zudem zu bedenken, dass die Installation von modernen Windkraftwerken mit entsprechender Höhe in der Bevölkerung auch kritisch gesehen werden könnte – gleiches gelte auch für Biogas. Franz-Josef Egelkamp (CDU) schwebt nach eigenen Aussagen die Idee vor, Firmen aus der Region auf dem Flugplatz anzusiedeln und einen „Mix“ zu schaffen, und weiter: „Auch ohne fliegerische Nutzung wäre das eine tolle Sache.“In diese Richtung denkt auch Ulrich Goedecke von der Energieagentur. Offen lässt er auf Anfrage die Zahl möglicher Windkraftanlagen in Dreierwalde. Aus Sicht des Umweltschutzes sei diese Nutzung zu begrüßen. Ob dadurch aber in Hörstel und in direkter Umgebung auch Arbeitsplätze entstehen, ist natürlich nicht garantiert. „Vielleicht nicht in Hörstel, aber beim Produzenten solcher Anlagen“, so Goedecke. Auch er ist der Meinung, dass die Energiegewinnung andere Firmen nach sich ziehen könnte und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen ermögliche.


Thomas Horstmann, 19.11.2008, 16:45 Uhr
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