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27.09.2011 - IVZ, 27.09.2011 Übersicht | Drucken

Wir schlagen ganz eindeutig eine Gesamtschule vor

Projektgruppe spricht sich gegen Fortbestand von Haupt- und Realschule in Hörstel aus

Entwurf zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplans der Stadt Hörstel vorgestellt.


IVZ, 27.09.2011 - Nach rund halbstündiger Einleitung und vielen Zahlen war man auf die Kernbotschaft schon vorbereitet: "Wir schlagen Ihnen ganz eindeutig eine Gesamtschule vor". Dies sagte gestern Wolf Krämer-Mandeau im Schulausschuss. Der Rat hatte das Büro "Projektgruppe Bildung und Region" in Bonn damit beauftragt, ein Konzept zu entwickeln, wie sich die Schullandschaft der Stadt weiterentwickeln könnte. Das Resumme der umfassenden Recherchen war in seiner Eindeutigkeit für die meisten der vielen Zuhörer im Mehrzweckraum des Schulzentrums doch überraschend. "Eine Gesamtschule ist wie maßgeschneidert für die Stadt Hörstel", sagte er. Es gebe nur wenige NRW-Städte mit 20000 Einwohnern, die "ihre Abiturienten verschenken", so Krämer wörtlich. "Gehen Sie den Kompromiss. Das wäre die Gesamtschule mit einem pädagogischen Programm, mit Abitur - dann müssten Sie für Bildung baune, statt abzureißen."
Es sein ein politischer Schulfriede beschlossen worden, doch werden die Kommunen einien Wettbewerb erleben, bei dem es "unfriedlich" zugehen werde, eröffnete der Referent seine Ausführungen. Der Realschule wie auch der Hauptschule bescheinigte er speziell in Hörstel außerordentliches Engagement. Dies erkläre ihre Stärke und hohe Akzeptanz, aber: "Gleich, wie Sie arbeiten - nachfolgende Eltern werden das nicht honorieren." Die Zahl der Schüler werde an beiden Schulen unweigerlich sinken. Dies sei der Effekt der Demografie. Von jetzt 300 Kindern falle die Zahl auf nur noch 180 Kinder. Damit fielen fünf Parallelklassen weg.
Es gebe eine - bislang - "atemberaubend verhaltene" Einstellung zum Gymnasium: In Münster besucht jedes zweite Kind ein Gymnasium, aus Hörstel nur jedes vierte. Dazu Krämer: "Es wird einen Wechsel geben." Hinzu kommen zehn neue Züge an den Gesamtschulen in Greven, Rheine und Ibbenbüren. Kurz: Der Schul-Unfrieden sei unaufhaltsam. "Darauf muss man reagieren. Die Eltern werden immer mobiler mit ihren Kindern." Die Stadt Hörstel känne jetzt aus einer "Position der Stärke" reagieren. Noch gebe es gute Werte. Doch dies sei "die Ruhe vor der Unruhe". Mit einem gymnasialen Angebot vor Ort wäre die Stadt besser bedient.
Es sei zu befürchten, dass sich die Anmeldezahl an der Hauptschule halbieren werden und die Realschule runter auf drei Züge gehen werde. Die Frage sei: Wird es die Hauptschule in zehn, zwölf Jahren überhaupt noch geben? Aus meiner Sicht sei die Gesamtschule die Lösung des Problems, machte Krämer-Mandeau deutlich. Eine Vierzügigkeit wäre überhaupt kein Problem, möglicherweise wäre sogar die Sechszügigkeit erforderlich, mit einer Haupt- und Realschule als "Kern" und einem integrieten gymnasialen Bereich. Auf diese Weise wären die Schüler langfristig bis 2030 versorgt. Eine Gesamtschule wäre ein "Aufbau von Bildung" und "gegen das Wegfahren von Bussen".
Sollte sich die Stadt für eine Gesamtschule entscheiden, würden Haupt- und Realschule sukzessive auslaufen. Das bestehende Schulzentrum müsste zwar um 1000 Quadratmeter erweitert werden, sei aber bereits jetzt gut ausgestattet.
Der Referent empfahl dem Schulauschuss und allen Beteiligten, eine zügige Entscheidung zu treffen. Die Ausschussvorsitzende Angelika Wollny kündigte an, dass sich die Fraktionen zunächst beraten werden und noch in diesem Jahr erneut zum Schulausschuss geladen werden. Wollny weiter: "Eltern und Lehrer werden auf jeden Fall in den Findungsprozess eingebunden." Von großer Bedeutung wird sicherlich das Ergebnis einer Befragung der Eltern sein, deren Kinder künftig die Schule besuchen werden.

Frank Beckmann, 27.09.2011, 10:44 Uhr
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