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Presse
04.04.2014, 12:00 Uhr | IVZ, 04.04.2014 Übersicht | Drucken
Ärztliche Versorgung ist bedroht

Der Hausarzt im Dorf: alles selbstverständlich? „Nein, ganz und gar nicht“, behaupten die Gesundheitsexperten. Auch nicht in Hörstel. Karl-Josef Laumann will das zunehmend akute Problem deshalb zum politischen Thema machen.


So ist der Mensch nun mal gestrickt: Das tägliche Brot, die Gesundheit, die bürgerliche Freiheit – ist alles vorhanden, erscheint es uns selbstverständlich. Das gilt auch für die hausärztliche Versorgung. Der Hausarzt im Dorf: alles selbstverständlich? „Nein, ganz und gar nicht“, behaupten die Gesundheitsexperten.

Kaum jemand weiß dies besser einzuschätzen als Staatssekretär Karl-Josef Laumann aus Birgte und Dr. Norbert Hartmann aus Hörstel, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Der CDU-Stadtverband Hörstel hat das heiße Thema angepackt und die beiden Experten Donnerstagabend zu einer sehr differenziert geführten öffentlichen Podiumsdiskussion eingeladen. Laumann brachte konkrete Zahlen mit. Noch passt in der Stadt Hörstel das Verhältnis der Hausärzte zur Bevölkerung. Doch schon heute sind in Hörstel zwei von drei Ärzten älter als 50 Jahre. Im Versorgungsgebiet Ibbenbüren – dazu gehört auch Hörstel – sind von 59 Ärzten ein Drittel älter als 60 Jahre. „Wenn wir ein Drittel der Praxen wegdenken, haben wir ein dickes Problem“, sagte Laumann deshalb, „dann kommt eine erhebliche Versorgungsproblematik auf uns zu.“
 

Viele Jahre, so Laumann, sei diese Problematik schlicht ignoriert worden. Die jungen Mediziner bevorzugen die Städte, wollen in den Kliniken arbeiten. Die Fachausbildung „Allgemeinmedizin“ hingegen führe ein Schattendasein, so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patienten und Bevollmächtigter für Pflege. Das sind Aussagen, die Dr. Hartmann mit dem Hinweis bestätigte, dass viele junge Ärzte lieber in die Pharmaindustrie oder ins Ausland gehen. Nur zehn Prozent des Nachwuchses verbleiben in der Allgemeinmedizin. Dabei warten neue Herausforderungen. So werde der Beratungsbedarf der zunehmend älter werdenden Patientenschaft größer.

Aus der sehr fachkundigen Zuhörerschaft – darunter manche Ärzte und Apotheker aus dem Stadtgebiet – kam kaum Widerspruch zur Bestandsanalyse. Gleichwohl gehen die Meinungen darüber auseinander, welcher Weg aus der drohenden Misere führen wird. Nicht einzelne Praxen können das Problem lösen, sondern nur größere Zweckverbände, lautete ein Statement. Umgekehrt betrachten existierende Praxen den Markt aufmerksam: Nicht immer ist zusätzlicher Nachwuchs im Ort gewollt, wenn die eigene Patientenzahl Kartei gerade ausreicht. „Den Königsweg gibt es nicht“, meinte so auch Dr. Hartmann.

An dieser Stelle setzte Laumann klare Akzente. Er will die landärztliche Versorgung zum politischen Thema machen. Denn wenn diese Versorgung im Land Nordrhein-Westfalen nicht klappt, müsse die Landesregierung zur Rechenschaft gezogen werden. Aufgabe der Landesregierung sei es, jährlich „mindestens 500“ Ärzte zusätzlich auszubilden. Der CDU-Politiker ist überzeugt: „Es bewegt sich erst dann etwas, wenn es zum politischen Thema wird.“

 



aktualisiert von Frank Beckmann, 07.04.2014, 12:22 Uhr

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